EM Vierte Alina Reh startet in Bremen bei den Deutschen 10 km Meisterschaften

Zum Ende der Leichtathletiksaison kann der Bremer Leichtathletikverband mit der Ausrichtung der 18. Deutschen Strassenlauf Meisterschaften über 10 km einen wahren Leckerbissen bieten.

Insgesamt haben ca. 500 Läuferinnen und Läufer aus 15 Landesverbänden ihre Meldungen abgegeben. Unter ihnen Alina Reh vom SSV Ulm 1846, die mit ihrem vierten Rang bei den Europameisterschaften in Berlin über 10 000 m , das beste Resultat einer deutschen Langstrecklerin erzielte. Ursprünglich hatte die 21 jährige Laichlingerin nach der EM keinen Start mehr geplant. Umso erfreulicher, dass sie dann noch ihre Meinung geändert hat und sich für Bremen entschieden hat. Wer sie kennt, weiß, dass sie ihre zur Zeit gute Form zu einem schnellen Straßenrennen nutzen will. Laut Aussage ihres Trainers Jürgen Austin-Kerl befindet sie sich in sehr guter Verfassung, nachdem die Vorbereitung auf Grund von Verletzungen für die Heim EM nicht optimal verlaufen waren. Erst in letzter Minute konnte sie sich qualifizieren.

In der „Bremer Stadtmusikanten Stadt“ wird sie auf starke Konkurrenz treffen. Miriam Dattke (LG Telis Finanz Regensburg) wird sowohl in der Gesamtwertung als auch in der U 23 Klasse versuchen möglichst lange an ihr dran zu bleiben. Als dritte Topathletin ist die erfahrene Marathonspezialistin Fate Tola Geleto (Hannover Athletics) zu nennen. Sie kann allemal um die Medaillen mitlaufen. Nicht zu unterschätzen ist auch Deborah Schöneborn (LG Nord Berlin), die mit einer 33:44 Min. ebenfalls gute Chancen auf eine Topplatzierung hat.

Mit Alina Reh und Miriam Dattke wurden bereits die Favoritinnen in der U 23 weiblich genannt. Hierzu gesellt sich Franziska Reng, die nach einem sehr guten Halbmarathon im April in Hannover, leider bei den Deutschen Marathon Meisterschaften das Rennen abbrechen musste. Wenn die Regensburgerin gut durchkommt, könnte auch sie im Bereich ihrer Bestzeit laufen. Das Team der „Blauen“ komplettiert in der U 23 Thea Heim, die ebenfalls ganz vorne mitlaufen sollte.

Im Rennen der Männer und U 23 gehen 157 Läufer an den Start. Bei der Durchsicht der Meldeliste fallen mit Florian Orth und Philipp Pflieger – beide LG Telis Finaz Regensburg- zwei Europameisterschaftsteilnehmer ins Auge. Ob jedoch Pflieger, der beim EM Marathon ausstieg, an den Start geht, ist noch ungewiss. Florian Orth, der halbtags als Zahnarzt tätig ist, ist zum Favoritenkreis zu zählen. Stark zu beachten sein wird sein Vereinskamerad Simon Boch, der sich nach Auskunft seines Trainers Kurt Ring in guter Form befindet. Wie bei den Deutschen Halbmarathon Meisterschaften in Hannover trifft Simon auf den diesjährigen Halbmarathonmeister Karsten Meier (LG Braunschweig). Fabian Clarkson (SCC Berlin), die Regensburger Dominik Notz, Jonas Koller (wenn er läuft), Tim Ramdane Cherif müssten eigentlich die Teamwertung für sich entscheiden. Gespannt darf man auf das Abschneiden des mehrfachen Deutschen 3000 m Hindernisläufers Steffen Ulizka (SG Kronshagen/Kieler TB) und Tobias Blum (LC Rehlingen) sein. Die Rehlinger verfügen über ein starkes Team und werden versuchen den Regensburgern das Siegen nicht allzu leicht zu machen. Letztendlich traue ich Thorben Dietz (LG Filstal) an der Weser ebenfalls eine Topplatzierung zu.

Die „Jungen Wilden“ in der U 23 sind ebenfalls heiß auf diese Meisterschaft. Sie starten mit ihren Vorbildern um 10.30 Uhr. Insgesamt werden 46 Läufer um den Titel im Einzel und in der Mannschaft kämpfen. Bei den 22 Jährigen und Jüngeren gilt der gebürtige Ähiopier Samuel Fitwi Sibhatu (LG Vulkaneifel), der die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt und somit startberechtigt ist, als klarer Favorit. Dahinter wird eine ganze Reihe von talentierten Nachwuchssportlern um die Medaillen kämpfen. Der 3000 m Hindernisspezialist Lenart Mesecke (LG Nord Berlin), sein Vereinskamerad Philipp Gehring, Moritz Beinlich (LG Telis Finanz Regensburg), Lukas Eisele (LG Filder) , der Triathlet Jonas Hoffmann (LG Kindelsberg/Kreuztal),Julius Scherr,, Leif Gunkel und David Valentin (alle LG Olympia Dortmund) werden sich ein spannendes Rennen über die Vierrunden Distanz rund um das Weserstadion liefern. Die Strecke ist schnell und verspricht somit gute Endzeiten.

Neben den Hauptklassen der Frauen und Männer und der U 23 werden 19 Einzeltitel in den Altersklassen M/F 35 bis M/F 80 vergeben. Die Altersklassen sind in die einzelnen Rennen integriert und versprechen großen „Altersklassensport“. Der älteste Akteur Wilhelm Vogt (LG Lüneburg) gehört dem Jahrgang 1935 !!! an.

Nachfolgend ein Streifzug durch die Altersklassen:

M 35

Hier ist der Sieger aus dem Vorjahr Joseph Katib (LAC Quelle Fürth) am Start. Er gilt neben Andreas Kuhlen (LG Braunschweig) als aussichtsreicher Kandidat für den Titel.

W 35

Bei den Frauen strebt die Heilbronnerin Bettina Englisch ebenfalls eine Titelverteidigung an der Weser an. Susanne Schulze (ASV Köln) hat wie einige andere Teilnehmerin eine Medaiellenchance.

M 40

Wenn immer Valentin Harwardt (VfL Wolfsburg) in den letzten Jahren bei Deutschen antrat siegte er. Nach dem Halbmarathon- und Marathontitel dürfte ihm das Tripel gelingen. In Mourad Bekakcha (Hamburg running) trifft er jedoch auf einen starken Konkurrenten , der in die Masterklasse aufgestiegen ist.

W 40

Mit nur neun Teilnehmerinnen in der W 40 ist das Feld sehr klein. Klein aber fein könnte man sagen. Sandra Boitz (SC DHfK Leipzig), die Vorjahresvize Christl Dörschel (SG Wenden) und Nicole Krinke (LG Nienburg) haben bereits alle einige Medaillen bei Deutschen Meisterschaften errungen.

M 45

Die M 45 Liste weist 19 Meldungen auf. Der Vorjahresdritte Marcus Imbeweiler (TSG 78 Heidelberg) wäre in diesem Jahr in der Gruppe M 50 startberechtigt gewesen. Wegen der Mannschaft hat er jedoch „runter gemeldet“ und gilt auch in der Altersklasse als Mitfavorit. Hier haben einige die Chance, aufs Podest zu laufen.

W 45

Mit Sandra Morchner ( PSV Grün-Weiß Kassel) tritt eine Athletin an, die in diesem Jahr sowohl beim Halbarathon als auch beim Marathon neue Maßstäbe gesetzt hatte. Die ehrgeizige Athletin con der Insel Westerland wird auch über die 10 km kaum zu schlagen sein. Nach Auskunft ihres Trainers Winfried Aufenanger befindet sie sich in guter Form. Er traut ihr auf dem schnellen Kurs eine 35 er Zeit zu. Martina Boe-Lange (SV Rosche), Karin Schenk (TV Waldstraße Wiesbaden) und Victoria Willcox-Heidner dürften Medaiellenchancen besitzen.

M 50

Traditionell ist die M 50 mit 42 Startern die stärkste Gruppe. Miguel Molero-Eichwein holte sowohl im Halbmarathon als auch im Marathon auf der Strasse 2018 Edelmetall. Wer sollte ihn schlagen? Matthias Körner (TV Grenzach) ist ein interessanter Kandidat, der bereits 2000 Deutscher Marathonmeister bei den Männern war. Was kann Markus Pingpank (Hannover Athletics) lesiten, dee  der vor 25 Jahren zur absoluten deutschen Spitze über 5000 m und 10 000 m zählte leisten? Jürgen Hesselmann (STV Hünxe)  zählt seit Jahren zu den Besten seiner Altersklasse. Er ist immer zu beachten.

W 50

In der W 50, die neun TN aufweist, eine Vorhersage zu treffen , ist äußerst schwierig. Hier werden so einige anreisen, die nicht mit einem Medaiellengewinn gerechnet haben.

M 55

Mit 20 TN werden die 50 iger starten. Hier müssen die Wiesbadener Markus Zerres und Christian Stoll geschlagen werden, wenn man Gold und Silber gewinnen will. Christian war im Vorjahr in Bad-Liebenzell Zweiter hinter dem fehlenden Rosenheim Reimund Hobmaier. Mit dabei auch der Vorjahresdritte Uwe Merdon (City-Lauf Verein) , der sich wieder ganz vorne platzieren könnte.

W 55

Sieben Frauen kämpfen hier um die Platzierungen. Wer letztendlich das bessere Ende für sich hat verspricht viel Spannung.

M 60

In der M 60 liegt dem Bremer Leichtathletikverband 20 Meldungen vor. Hans Bourcha – Hörmann und Engelbert Walter (beide FC Ebershausen) gehören hier zu den absoluten Favoriten. Aber auch hier sin Überraschungen durchaus möglich.

W 60

Fünf Athletinnen kämpfen hier um die Podiumsplätze. Nur eine wird leer ausgehen. Christine Sachs (LG Mettenheim), die bereits Halb- und Marathonbeste 2018 in der W 60 war zählt neben Conny Wagner (LC Eschenburg) und Antje Witscher (TV Refrath) zu den Titelaspirantinnen

M 65

Viel Spannung verspricht das erneute Aufeinandertreffen von Heinz Lorbach (TuS Köln rrh) und dem mehrfachen Deutschen Meister Egbert Zabel ( Cöthener FC Germania 03). Zwei besonders leistungsstarke Athleten, die wieder einmal alles geben werden, um zu siegen.

W 65

In der W 65 treffen bei sechs gemeldeten TN mit Margret Göttnauer (LG Bad Soden/Sulzbach/Neuenhain), Hannelore Horst (TV Georgsmarienhütte) und Gudrun Vogl- Vorjahr Rang zwei- drei siegesgewohnte Damen aufeinander. Die Tagesform wird über die Platzierung entscheiden.

M 70

Er ist wieder zurück. Die Rede von der Lauflegende Winfried Schmidt (TuS Köln rrh.) Nach vierjähriger Pause greift der pensionierte Bäckermeister wieder an. Fehlende Motivation nach seinem letzten DM Gewinn Marathon in Frankfurt im Jahr 2015 zwangen ihn zur Pause. Sollte er durchkommen, so dürfte ihm der Titelgewinn sicher sein. Mit Walter Johnen (LAV Stadtwerke Tübingen) ist ein weiterer aussichtsreicher Medaiellenkandidat am Start.

W 70

Die Vorjahressiegerin Anja Ritschel (TV Waldstraße Wiesbaden) gilt mit Marianne Spronk (Turn-Spielv. Weeze 1910/19) zum Favoritenkreis. An diesen Zweien vorbeizukommen, wird für die restlichen vier Teilnehmerinnen äußerst schwierig sein.

M 75

In dieser Klasse sind immer noch neun Athleten am Start. Unter ihnen der mehrfache Deutsche Meister Joachim Strube (LG Lage-Detmold-Bad Salzuflen), der sich gegen starke Konkurrenz zu erwehren hat.

W 75

Drei Teilnehmerinnen sind gemeldet, die somit alle mit einer schönen Erinnerung an die Meisterschaften nach Hause fahren können.

M 80

Vor Jahren nicht vorstellbar!! Sage und schreibe zehn Teilnehmer sind in der AK 80 gemeldet. Wilhelm Vogt (LG Lüneburg) ist mit Jahrgang 1935 der Älteste!!! In dieser Altersklasse gilt der Deutsche Marathonmeister und deutsche Halbmarathonmeister Fokke Kramer (Bosauer SV) als Favorit. Er möchte das Tripel, obgleich er nach seinen Aussagen in den letzten Wochen kaum trainieren konnte.

Die 18. Auflage der DM Straße über 10 km hätte jedoch größere Teilnehmerfelder verdient. Woran der Teilnehmerrückgang liegt mag mehrere Gründe haben. Alleine der weite Anreiseweg der südlichen Landesverbände ist wohl nicht alleine daran schuld. Gepaart jedoch mit der Tatsache, dass am 1.9. auf dem Brocken im Harz die Deutschen Berglaufmeisterschaften mit 400 TN zu Austragung gelangen, erklärt das geringe Interesse an den Deutschen 10 km Straßenlaufmeisterschaften.

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